Deadbeat & Fatima Camara – Eine Hommage zum 30-jährigen Jubiläum

Die in Berlin lebenden kanadischen Elektronik-Künstler DEADBEAT und FATIMA CAMARA haben sich zusammengetan, um das legendäre COWBOY JUNKIES-Album „The Trinity Sessions“ (1988) neu zu interpretieren! „Trinity Thirty“ ist eine wunderschöne, schlafwandlerische und konzeptionell ehrfürchtige Sammlung, die aber nie den Bezug zum ursprünglichen Ansatz verliert. Eine Hommage zum 30-jährigen Jubiläum. Die Idee entstand, als der in Berlin ansässige kanadische Produzent Scott Monteith – bekannt als DJ und Dub-inflektierter Minimal-Techno-Elektronik-Recording-Künstler Deadbeat – vor einigen Jahren die Trinity-Version von „Sweet Jane“ der Junkies auf einem Flughafen hörte. Eindringlich erinnernd daran, wie sehr er das Album liebte und wie überraschend oberflächlich die Platte wurde (tatsächlich würde The Trinity Session Mitte 1989 sowohl in Kanada als auch in den Vereinigten Staaten als Platin zertifiziert werden – wirklich eine andere Ära!), wandte sich Monteith sofort an die Band, um zu fragen, ob sie etwas für ihren 30. Geburtstag geplant hatte (die Junkies hatten zuvor das Album anlässlich seines 20. Jahrestages gedacht, indem sie es als Trinity Revisited neu aufnahmen). Bevor Monteith überhaupt wieder in Berlin landete, hatte die Band noch am selben Tag geantwortet, dass sie keine solchen Pläne hätten, aber sie würden mit Begeisterung jeden Winkel unterstützen, mit dem Monteith/Deadbeat vielleicht laufen möchte.

Monteith erinnerte sich dann an Gespräche mit der Musikerin/Produzentin und Kanadierin in BerlinFatima Camara (deren gefeiertes Debüt-Soloalbum Before We Sleep 2016 auf Parachute Records erschien) über ihre gemeinsame Liebe zur The Trinity Session und fühlte sich als die perfekte Partnerin für eine Neuinterpretation. Camara war von der Idee begeistert, und die beiden begannen sich zu treffen, um zu erforschen, wie man sich den Dingen konzeptionell und ästhetisch nähert. Dies wäre ihre erste Zusammenarbeit – und ihr erstes Mal, dass sie ihren eigenen Gesang in den Vordergrund eines Projekts stellen (zusammen mit dem Gastsänger Caoimhe McAlister, um Harmonien auf bestimmten Tracks hinzuzufügen).

Die Trinity Session wird zu Recht für ihre naturalistischen, zutiefst schwachen Cover von klassischen Melodien und traditionellen Work-Songs („Sweet Jane“, „Blue Moon“, „Mining For Gold“, u.a.) gefeiert – und ist auch legendär dafür, dass sie mit einem einzigen Mikrofon in Einzelaufnahmen in einer Kirche in Toronto aufgenommen wurde, ohne dass sie weiter gemischt oder gedoppelt wurde. Während Deadbeat und Camara diesen Ansatz als Duo nicht vollständig reproduzieren konnten, nahmen sie für Trinity Thirty ebenfalls alles mit einzelnen Mikrofonen in einem großen Freiraum im Berliner Chez Cherie Studio auf und setzten dabei stark auf natürliche Raumakustik, die sich auf rohe erste Aufnahmen konzentrierte, geleitet von einer übergeordneten Strategie, alle Tempi so weit wie möglich zu verlangsamen und gleichzeitig die warme Askese des Originalalbums weiter zu kanalisieren.

Ursprünglich in der Vorstellung, dass sie während des Mixes eine angemessene Menge an elektronischen Behandlungen durchführen würden, fanden sich Deadbeat und Camara stattdessen in den Räumen und Stille versunken, geleitet von einem Geist der Erhaltung und Zurückhaltung, in Hommage an das Original. Das Ergebnis ist „ein weniger elektronisches Album, als wir es uns vorgestellt haben“: eine wunderschöne, schlafwandelnde Sammlung von „Covers of Cover“, bei der der Bezugspunkt immer der originelle Ansatz der Cowboy Junkies ist, der bis an neue und betörende Grenzen der Verlangsamung und narkotisierten Räumlichkeit ausgedehnt ist – eine Sensibilität, die durch die meisterhafte Behandlung der minimalistischen Dub-Techno-Legende Stefan Betke (~scape, Pole) weiter verstärkt wird. Trinity Thirty ist eine wunderbar schlichte, subtile Avantgarde, konzeptionell ehrfürchtige Akustik trifft auf die elektronische Interpretation dieses klassischen Albums. Danke fürs Zuhören.