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Liser und Taby Pilgrim – Panik

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Heute veröffentlichen die Rapperinnen Liser aus Köln und Taby Pilgrim aus Essen mit „Panik“ den vierten Teil ihres Albums und der Miniserie. Zur Abwechslung erscheint mit dem Song mal kein Rap – die vielschichtigen Musikerinnen beweisen jedoch, dass sie auch auf smoothem Jazz Punchlines verteilen können. „Panik“ erzählt von Ängsten, Leistungsdruck und Geltungsdrang und beschreibt den künstlerischen Kopfkrieg, wenn man sich stetig mit anderen aus der Branche vergleicht: “Und du sagst du machst was ähnliches wie ich, dann krieg‘ ich Panik. Denn wenn ich nichts Besonderes bin, dann bin ich gar nix”, geben die Rapperinnen ihre Zweifel preis. In der neuen Folge „Panik“, der Miniserie zum Album, zeigen sich Liser und Taby Pilgrim zunächst noch ganz selbstbewusst: In einem altbekannten Format lesen sie an sie gerichtete Hasskommentare vor, die sie schlagfertig und humorvoll kontern – bis ein Satz das Fass zum Überlaufen bringt und die „Panik“ davor, nicht gut genug zu sein, doch noch in Wut- und Heulanfällen ausbricht.

Auf ihrem Collabo-Konzeptalbum „JA“, das am 22. Juli erscheint, arbeiten Liser aus Köln und Taby Pilgrim aus Essen ihre persönlichen Erfahrungen im Musikbusiness auf und veröffentlichen mit jedem Track einen Teil ihrer satirischen Mini-Serie. Ohne Absicht auf politischen Content entsteht durch ihre eigene Betroffenheit doch ziemlich viel Gesellschaftskritik und Feminismus: Rants gegen Sexismus, die hiesige Rapszene und cis Männer sind bei der Frage nach ‚Frauen im Rap‘ halt einfach zu erwarten. Die beiden Rapperinnen weisen Internet-Trolle in ihre Schranken, kontextualisieren die Bedeutung von Sexarbeiterinnen für westlichen Wohlstand und schreiben den Sims eine Liebeserklärung. Taby Pilgrims technisch hochwertiger Rapstil in Kombination mit Lisers experimentellen Pop-Einflüssen erschaffen auch musikalisch ein spannendes und abwechslungsreiches Werk: Über krasse Autotune-Banger hagelt es nur so an Punchlines. Auf der Platte schütteln sich Rap mit Pop und sogar Country-Songs die Hände. Eine Mischung, die es so im HipHop vermutlich noch nie gab – dass es diesen Bedarf jedoch gibt, beweisen Liser und Taby Pilgrim mit ihrem Album „JA“.

Die Kölner „Punk-Queen des Rap“ Liser widersetzt sich seit jeher konsequent Kategorisierungen – zwischen experimentellem, mal introspektivem und mal partytauglichem Pop-Rap und ihre regelmäßige Teilnahme an Rap-Battles gibt es wohl kein Subgenre im HipHop, das vor dieser Künstlerin sicher ist. Während der Corona-Pandemie startet Liser ihre „Tinder-Tour“ und promotet so ihr Debütalbum „Songs über Jungs“. Taby Pilgrim baut sich ab Mitte der 2010er Jahre auf YouTube eine erste Fanbase durch Medleys und Coversongs auf. 2020 erscheint mit ihrem Debütalbum „Pilgerreise“ ein Solowerk, das zahlreiche Liebhaber*innen findet. Durch Supportshows für Artists wie Fatoni & Edgar Wasser sowie mehrere Collabos mit unter anderen The toten Crackhuren im Kofferraum, MC Smook und Thizzy macht sich die Essenerin darüber hinaus einen Namen. Wenn Taby Pilgrim nicht rappt, arbeitet sie als Synchronsprecherin.

Die Künstlerinnen lernten sich bei Twitter kennen und vernetzen sich dort für ein gemeinsames Streaming-Konzert. Nicht nur musikalisch, auch humoristisch finden sie sofort eine gemeinsame Ebene und starten kurz darauf einen Podcast. In „Der Boden ist Laber“ tauschen sie sich nicht nur über Alltag und gefährliches Halbwissen aus, sondern auch über unfertige Songskizzen – aus denen schließlich ihr gemeinsames Album „JA“ entsteht. Aus ihrer Affinität für Multimedialität und Satire entwickeln sie zusätzlich die Idee für ihre Mockumentary. Bei der Umsetzung dieses großen Projekts werden sie von Yannick Brenner und den Cologne Custom Studios unterstützt.

Foto: Justus Grotenhöfer