Black Roots – Take It

„Unsere Songs sind alle davon inspiriert, wie wir die Jugend sehen; wie sie ihren Weg im Dschungel des Kapitalismus verloren haben und ohne Zögern über Leichen gehen. Diese Brutalität ist das Resultat der grundsätzlichen Einstellung unserer sogenannten Führer. Besonders der Titelsong „Take It“, welcher das ganze Konzept „Money before Life“, anstelle Jahs, des allmächtigen Gottes zu setzen, zusammenfasst.“ Das sagen Black Roots über ihr neues Album. Und wenn man das liest wir einem klar, dass Black Roots von ihrem Weg nicht abzubringen sind.

Sie haben sich niemals versteckt, wenn es darum ging sich zu sozialen und politischen Missständen zu äußern, oder für die Emanzipation Afrikas zu singen. Dabei waren sie immer darauf bedacht nicht auszugrenzen und alle Menschen, aller Herkünfte mit in ihre Texte einzubeziehen. Sie sprechen von Wissen, Ermächtigung und Zusammenkommen, um gegen jeden zu kämpfen, welche versuchen die Armen und Schwachen in der Gesellschaft zu unterdrücken und zu versklaven.

Der Zeitpunkt könnte kaum dringlicher sein als heutzutage, diese Botschaft zu verkünden; sehen wir doch immer mehr Länder zum rechten Rand rutschen und die Rechte von Minderheiten, Flüchtlingen und Armen beschränken. Es gibt mehrere Verweise auf die Kinder und das man sie schützen muss, da sie unsere Zukunft sind. Aber wenn man sich die missliche Lage anschaut, in der sie sind, so fragt sich die Band ob wir Hunger, Armut, Vertreibung und die damit verbundenen Effekte überhaupt ernst nehmen. Die Band weiß, dass es nicht so ist. Es scheint, als sei Krieg, der aus Gier betrieben wird, wichtiger, als den Kindern eine Welt zu erbauen, in der sie sicher sind. Darüber hinaus singen Black Roots über falsche Propheten, die Versprechungen machen die nur ihnen selbst zuspielen und Menschen verführen, um sie in einem Kreislauf aus Armut und Brutalität zu unterdrücken, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Auch sprechen sie über Trump, den sie als Reincarnation Hitlers sehen, und die Tories in Großbritannien, welche als falsche Propheten Unterdrückung und ungerechte Gefangenschaft bringen. Sie fragen: hat sich denn irgendwas wirklich geändert?

Afrika ist ein Thema mit dem sie sich immer wieder beschäftigen. Aber hier sprechen sie davon, dass die Welt nicht frei sein kann, solange Afrika nicht frei ist, und vergleichen damit die ganze Welt mit Afrika. Vielleicht haben sie dabei im Sinn, dass erst wenn diejenigen befreit werden, die am tiefsten am Boden liegen, auch die ganze Welt wirklich frei sein kann.

Das Album baut auf dem auf, was Black Roots seit ihrer Gründung 1979 geleistet haben. 1981 waren sie plötzlich im Mittelpunkt der Independent Szene, nachdem John Peel, der legendäre BBC Radio 1 DJ, ihre debut EP in seiner Show vorgestellt und sie als eine der besten aktuellen Reggae Band im Königreich angepriesen hat. Nach mehreren Alben (Black Roots, The Frontline, In Session, All Day All Night, Natural Reacon und weiteren) wurde es in den frühen 1990er Jahren ruhig um Black Roots. Ihre Wiedergeburt wurde von Makasound vorangetrieben, die die Rechte zur Wiederveröffentlichung alter Aufnahmen auf zwei Samplern („On the Frontline“ 2004 und „In Session“ 2007) erworben haben. Daraufhin folgten auch wieder neue Aufnahmen und Alben wie „On the Ground“ (Sugar Shack 2012), „Ghetto Feel“ und „Son of Man“ (beide Soulbeats Records 2014 / 2016). Auch touren Black Roots wieder und bringen ihren sehr eigenen kompromisslosen Sound, die Backingvocals gepaart mit deepen Roots Reggae Rhythmen und ihre Botschaft in die Welt hinaus.

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