Avec – Homesick

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Zuhause ist ein Ort, Zuhause ist aber vielmehr noch ein Gefühl. „Home“ heißt die erste veröffentlichte Single des neuen, dritten Albums von AVEC – sie trägt den Albumtitel „Homesick“ in sich und verwandelt ihn doch gleich wieder. Das Helle, das Frische, das Gute – es geht um den einen Menschen, der eben alles ist. Und wie diesem Song liegt dem ganzen Album eins zugrunde: die manchmal naive, manchmal ungeschickte und gerade deshalb umso wichtigere Leidenschaft für das, was man tut. Ehrliche, unprätentiöse Folkpopsongs schreibt AVEC seit vielen Jahren, die ersten Erfolge kommen schnell für die damals Anfang 20-jährige Musikerin. Kleinen Auftritten folgen große, mittlerweile hat AVEC mit The Tallest Man On Earth, mit Sting oder Zucchero die Bühne geteilt. Sie ist mit ihrer erweiterten, hervorragenden Liveband durch Europa getourt, hat Awards eingesammelt und ihre Songs nicht nur ins Radio, sondern durch Werbespots auch ins Fernsehen gebracht.

Der Grundton der Ehrlichkeit ist es auch, der so viele Leute zu AVEC hin- und in ihre Musik hineinzieht. Umso schöner, dass am Album „Homesick“ Songs versammelt worden sind, die sie im Laufe der letzten drei sehr prägenden Jahre geschrieben hat. Stark verwurzelt in Folk-bzw. Singer-Songwriter-Tradition hat ihre Karriere begonnen, im Laufe der Monate und Jahre hat sich der Sound mithilfe unterschiedlichster Wegbegleiter teils intensiviert, teils verändert: jetzt blitzen da auch elektronische Experimente durch, Bläsersätze stärken die Harmonien, Mehrstimmigkeit macht alles gut, prall, voll, dann wieder setzen Ambient-Einflüsse das Tempo herunter. Die Reisen waren die Lehrer, die Erfolge die Inspiration. „Homesick“ ist ein Album über Freundschaften und wie es sich anfühlt, sich in ihnen zu täuschen. Es ist eine Abrechnung mit sich selbst und dem Gegenüber, im immerwährenden Wissen, dass Perfektion nichts ist, was man sich aneignen kann. Menschen stolpern, sie fallen tief. Es gibt keinen dunkleren Ort als den, an dem Gedanken manchmal enden; dort warten Panikattacken, Depressionen, Unzufriedenheit und schlichtweg Angst. Songs wie „Runaway“ oder „Heavy on my mind“ erzählen die alte Geschichte neu – anders aber als die Erfolgsrezepte, die wir in unserer Selbstoptimierungsgesellschaft allerorts um die Ohren geklatscht bekommen, klingen sie nicht wie ein weiterer, vielversprechender Ratgeber. Sie sind von jemandem geschrieben worden, der die Dunkelheit kennt. Und der weiß, dass die größte Hilfe am Weg hinaus das Teilen seiner eigenen Geschichte ist.

Das neue Album von AVEC ist erstmals in Eigenproduktion gemeinsam mit ihrem langjährigen Freund und Kollegen Andreas Häuserer entstanden – großteils zuhause in Österreich, in einem alten Bauernhaus, am Land. In Songs wie „Fire“ oder „Way out“ hört man die neu definierte musikalische und textbezogene Selbstsicherheit: Es geht immer dann weiter, wenn man eine Idee davon hat, wer man sein will. Der Albumtitel „Homesick“ ist dabei an sich ein fabelhafter Twist: AVEC selbst verspürt, wie sie sagt, selten so etwas wie Heimweh. Dort, wo sie ist, sind auch ihre Songs. „Erfolg zu haben, heißt für mich, das zu tun, was mir am meisten bedeutet“, sagt AVEC, kurz nachdem sie sich backstage, glücklich lächelnd, auf ein gepolstertes Sofa fallen lässt. Es ist Januar 2019, wenige Minuten zuvor ist sie mit ihrer Band am Eurosonic Festival in Groningen, Holland, aufgetreten. Am größten Showcasefestival Europas, wo die Musikindustrie jährlich das „nächste heiße Ding“ sucht, hat sie der Menge einmal mehr mit ihrer fantastischen Stimme und ihren kleinen, großen Geschichten den Atem geraubt.

Foto: Kidizin Sane