The Cinematic Orchestra – To Believe

The Cinematic Orchestra haben sich immer gegen Kategorien und Konventionen gewehrt. Weder ein Orchester noch eine Band, kein reiner Jazz-Act, aber völlig beeinflusst davon, nicht elektronisch, sondern ursprünglich verwurzelt in der Londoner Elektronikszene. Musikalische Trends kommen und gehen, aber TCO – heute bestehend aus dem Gründer Jason Swinscoe und dem langjährigen Kollaborateur Dominic Smith – halten sich seit über 20 Jahren sicher und trotzig an ihre Prinzipien (ihr Debütalbum „Motion“ erschien im September 1999). Eine Verweigerung, Kompromisse einzugehen, sich einer Klassifizierung zu unterwerfen, einer Konvention zu folgen.

Nun ist das Duo dabei, eine neue Single namens „Wait For Now“ zu veröffentlichen, die aus ihrem gefeierten neuesten Album „To Believe“ stammt, mit dem Gesang der Soulsängerin Tawiah (die mit Mark Ronson, Wiley und Blood Orange gearbeitet hat), und in Los Angeles und London aufgenommen wurde. Ebenfalls auf der Veröffentlichung enthalten sind zwei neue Remixe, eine Überarbeitung von „Wait For Now“ durch die von Ghostly signierte Harfen-Innovatorin Mary Lattimore (arbeitete bereits mit Thurston Moore (Sonic Youth), Kurt Vile oder Jarvis Cocker und produzierte eine neue Version der James Heather-Komposition „And She Came Home“ auf seinem letztjährigen „Reworks“-Album) und ein Remix des Titeltracks des Albums, „To Believe“ (mit Moses Sumney am Gesang) durch den New Yorker Produzenten Anthony Naples, der gerade große Erfolge mit seinem neuesten Album „Fog FM“ einfährt. Abgerundet wird das Paket durch die Albumversion der Lead-Single „Wait For Now/ Leave The World“, die auch das meisterhaft gespielte Keyboard von Dorian Concept (Brainfeeder/ Ninja Tune) enthält, das dem funkelnden Sprudel des Tracks zusätzliche Textur verleiht und die weit verzweigten Verbindungen unterstreicht, die als Grundlage für das Album dienen.

Tawiah (deren eigenes Debütalbum am 18. Oktober 2019 über First Word Records erscheint: eine Erforschung ihrer Identität als queere person of colour, die in einer Pfingstfamilie aufgewachsen ist) sagt über den Track: „Für mich geht es darum, sich zu befreien, nicht die Angst das Leben bestimmen zu lassen, und im Jetzt zu leben. Ich denke auch, dass diese verrückte Reise namens Leben, auf der wir uns befinden, mit anderen geteilt werden soll, indem wir uns dem stellen und kommunizieren. Es geht darum, einen safe space mit Menschen zu haben, die auf deiner Frequenz vibrieren.“.

Dominic Smith sagte über Tawiahs Feature: „Wie bei allen auf „To Believe“ eingeladenen Gäste diskutieren die Texte Konzepte über die Auseinandersetzung mit dem Bewusstsein. Tawiah führte dieses Konzept sowohl an einen persönlichen als auch an einen universellen Ort, was das Beste war, was wir uns dafür erhoffen konnten – es ist instinktiv, mikro- und makroskopisch.“.

„To Believe“ wurde am 15. März 2019 auf Ninja Tune mit großem Erfolg veröffentlicht, wobei The Observer es in ihrer 5*-Rezension als „Triumph“ und „herzzerreißend brillant“ bezeichnete und von Medien wie The Guardian, The Independent, Q Magazine, GQ, Bandcamp und vielen mehr gelobt wurde. Die Platte debütierte auf Platz 19 der offiziellen UK-Album-Charts und landete gar auf Platz 1 der UK-Vinyl-Charts, wobei die Band im Rahmen ihrer UK & EU-Tour drei faszinierende Shows im Londoner Roundhouse spielte und eine Vielzahl von Gästen für die drei Nächte einlud. Diesen Herbst werden sie in Nordamerika touren und dort zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt ihre spektakuläre, immersive Live-Show präsentieren. Der umfangreiche Run umfasst Shows in New York und Washington und endet mit einem ganz besonderen Auftritt in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles am 23. November. Photay, der von Gilles Peterson protegiert wird, als auch PBDY, der erst kürzlich seinen Track „Eucalyptus & Lavender/ So Help Me (DOG)“ veröffentlichte und dessen Debütalbum auf Brainfeeder kurz bevorsteht, werden an allen Terminen supporten. Zudem wird Patrick Watson, der bekanntlich beim TCO-Evergreen „To Build A Home“ den Gesang beigesteuert hat, wird ein besonderer Gast in San Francisco und Los Angeles sein.

Für „To Believe“ holten sich The Cinematic Orchestra Beiträge von alten und neuen Freunde auf das Album: Moses Sumney, Roots Manuva, Heidi Vogel, Grey Reverend, Dorian Concept und Tawiah. Miguel Atwood-Ferguson steuerte Streicher bei, Thundercat-Tour-Keyboarder Dennis Hamm saß an den Tasten und der Fotograf und bildende Künstler Brian „B+“ Cross arbeitete mit Swinscoe und Smith an dem Konzept des Albums: ein Aufruf zur Selbstprüfung, ein kritischerer Umgang mit der politischen Interaktion und das Bedürfnis nach Empathie wurden mit zunehmender globaler Spaltung immer wichtiger. „To Believe“ ist eine Meditation über unser Bewusstsein in diesem Moment, eine Frage, keine Antwort, ein Album, das sich dem Trend widersetzt, 3-minütige Tracks zu machen und versucht, eine Alternative zu geben – etwas immer Selteneres.

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