Serge Blenner – La Vogue

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Serge Blenners frühe Alben wurden neu aufgelegt und sind wieder als CD, Vinyl und als digitaler Release erhältlich. Als Serge Blenner sein Heimatland Frankreich nach Hamburg verließ, konnte weder er noch sonst jemand ahnen, dass er versehentlich Musik für den apokalyptischen deutschen Geisteszustand komponieren würde. Aber sein dunkles, monotones Synthesizer-Album „La Vogue“ (1980) erwies sich als genau das. Auf seinem zweiten Album „Magazin Frivole“ (1981) blieb Blenner seinem Stil treu, wenngleich er den Kurs leicht in Richtung Popgebiet verlagerte. Das Nebeneinander von dunklen Harmonien und Popstrukturen macht dieses Album so reizvoll. An manchen Stellen fühlt es sich wie eine Blaupause für den frühen Depeche Mode an. Der gebürtige Franzose und Wahl-Hamburger Serge Blenner hat mit den düsteren, monotonen Synthesi-zer-Stücken seines 1980 erschienenen Albums „La Vogue“ denSoundtrack zum Kalten Krieg geliefert – wenn auch unbeabsichtigt.

Wer 17 Alben veröffentlicht ohne übermäßig von der Öffentlichkeit bemerkt zu werden, der lebt für seine Musik, den interessiert nichts anderes. Kommerzieller Erfolg wird wohlwollend zur Kenntnis genommen, ist aber dem eigentlichen Interesse untergeordnet: die Musik zu machen, die man machen möchte, und nicht die, die gut verkauft. So einer ist Serge Blenner. Blenner wird 1955 im äußersten Osten Frankreichs geboren, im Elsass. AlsStudent am Mülhausener Konservatorium (Harmonie und Komposition) hört er am liebsten elektronische Musik der Berliner Schule: Klaus Schulze, TangerineDream, Ash Ra Tempel/Manuel Göttsching. Sie war letztlich auch der Anstoßfür ihn, nach Deutschland zu ziehen, dorthin, woher diese Musik kam. Das war 1975. Er begann dann recht bald, selbst mit elektronischer Musik zu experimentieren, hatte 1978 erste Live-Auftritte und zog schließlich 1979 nach Hamburg, dem Sitz von Sky Records, einem der wichtigsten Labels für elektronische Musik zu der Zeit. Hier hatten Cluster Platten veröffentlicht, Michael Rot-her, Brian Eno, Conny Plank, um nur die Bekanntesten zu nennen. Kaum dort angekommen, begann er mit den Aufnahmen für „La Vogue“. Ein halbes Jahr später war er fertig und bot es Sky an. Dort griff man begeistert zu. Die Platte wurde ein veritabler Erfolg, und Stücke daraus wurden sogar im Radio gespielt, und zwar nicht zu nachtschlafener Zeit in irgendwelchen Nischenprogrammen.