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Manja |
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Manja kennt das Reggegefühl. Nach Höhen und Tiefen im Musikbizz ist es Ende Juli endlich soweit und das erste offizielle Album „Mein Reggaegefühl“ wird veröffentlicht. Denn eigentlich hatte Manja schon einen Plattenvertrag mit Four Music welcher auf Grund von Unstimmigkeiten nicht mehr zu Stande kam. Dadurch war Sie wieder auf Ihr eigenes Reggegefühl angewiesen und es dauerte nicht lang, bis Sie den Produzenten Phil Harmony traf und es wieder Lichtblicke am Horizont gab. Das Album wurde produziert von Andreas Wendland und von der House Of Riddim Band sowie Jr. Blender eingespielt. Im Jahr 2007 vertrat Sie zusammen mit der Far East Band Ihr Heimatbundesland Sachsen beim Bundesvison Songcontest wo Sie sich einer breiteren Öffentlichkeit vorstellte.
MKZWO: Beschreib doch mal dein Reggaegefühl.
Manja: Reggae hat mich gelehrt eine schöne Zeit zu haben und gleichzeitig die Augen zu öffnen. Ich kann mich dazu frei tanzen aber auch zuhören und lernen. Da muss nicht immer der pathetische Zeigefinger hochschnellen und trotzdem ist es mit der Message nicht weit.
Es öffnet dein Herz und wäscht die Seele rein. Ich persönlich brauche es, wie die Luft zum Atmen.
MKZWO: Du bist seit 2000 als Selekta unterwegs, wann hast Du dich entschlossen selbst zu singen?
Manja: Im Kinderwagen. Aber damals war das kein Reggae, 2003 wurde ich angesprochen ob ich nicht Lust hätte, mir ein paar Texte auf Reggaeinstrumentale einfallen zu lassen, aus einem Versuch wurde mehr und so entstanden dann zum Beispiel „Mach mal easy“ und „Soldaten“. Seitdem konnte ich es nicht lassen.
MKZWO: Was bewegt dich zu deinen Texten.
Manja: Die Medien, mein Leben und das der Anderen . Der Refrain von Soldaten kam mir zugeflogen, da hab ich dann auch erstmal eine Freundin von mir gefragt ob man das so bringen kann. Hätte sie damals nicht gesagt „Auf Jeden Fall –du musst!“ wäre der wieder in der Versenkung verschwunden. „Frieden ziehen“ hab ich geschrieben, als ich auf die Tochter einer anderen Freundin aufgepasst hab und bei mir zu Hause das Chaos herrschte.
MKZWO: 2007 bist Du das erste Mal in Erscheinung getreten mit deiner Musik und dann gleich bei Herr Raab als Vertretung für Sachsen beim BundesVisionSongContest mit einer Single und versprochenen Album bei FourMusic. Was war denn da los?
Manja: Glück und wichtige Erfahrung sammeln. Zu Beginn hat Niemand daran gedacht das Material zu veröffentlichen doch das Interesse wuchs. FourMusic war es bis zu dem Zeitpunkt BundesVision zu unspektakulär was ich mach und danach wohl auch. Auch wenn ich sehr wohl verstehe Produkt zu sein, bin ich doch immer noch Mensch und Künstler in einem. Diese Einstellung verträgt sich nicht immer mit der Musikindustrie. „Ehrliche Musik? Moment mal wie sollen wir das verkaufen?“ Stefan Raab hat es verstanden bis Heute auf diesem schmalen Grad zu balancieren und das war mein Glück.
MKZWO: Was wünschst Du Dir für dein Album?
Manja: Das es weiter seinen Weg geht. In den letzten 2 Jahren hab ich nicht gewusst ob es überhaupt noch mal erscheint und auch als es Optionen verschiedener Onlineportale & Labels gab, es „irgendwie zu veröffentlichen“ war ich nicht überzeugt oder bin gescheitert. Erst mit MKZWO ist mein Gefühl wieder eingekehrt und ich hab die Sache in die Hand genommen.
MKZWO: Live bist du derzeit mit der Boomrush Band unterwegs, aber auch mit einem unplugged Set Bestehend aus Gitarre & Gesang ist das dann noch Reggaemusik?
Manja: Ich mach ja so gesehen Pop, deutsche Texte auf Reggae ausgerichtete Instrumentale. Ich dachte immer Reggae ist meine Base, aber mittlerweile merk ich häufiger, dass mich andere Hörerkreise viel schneller verstehen und mitgehen. So kommt es vor, dass ich nach dem Konzert neue Fans hab die sagen: „Wow ich hör ab jetzt deutschen Reggae...“ Und dann sitzt du mit den Reggaeheadz da und lässt dir erklären; nur weil die Gitarre einen Offbeat spielt ist das längst kein Reggae mehr . Ich will mich nicht festlegen wohin die Reise geht ... „mein Reggaegefühl ist halt „mein Reggaegefühl“. Wenn dann die Leute Reggae hören wollen wie sie es gewohnt sind, sollten sie sich einen Sampler mit Jamaikanischen Artists kaufen. Ich bin MANJA, ich bin ne Frau und ich sing auf Deutsch auf meine Lieblingsmusik. Entweder man fühlt es oder nicht. Im Moment bin ich skeptisch wie sich Reggae bzw vorrangig Dancehall entwickelt in Deutschland.
MKZWO: Warum?
Manja: Die Message ist zweitrangig geworden. Mittlerweile überwiegt das Daggering* und Gunshotter Thema und die Leute wollen nur noch Feiern ... Ich meine da manchmal keinen Unterschied zum Ballermann Konzept zusehen außer, dass die ganzen Veranstalter nur ein Prozent Umsatz von dem auf Malle machen. Kein Geld vorhanden, bedeutet auch kein Geld bei den Künstlern und bei den Labels . Ich hab kein Problem mit Spaßkultur, doch wenn es nicht ausgewogen ist und am Ende die Reggae-Musiker leer ausgehen oder der Sound ausgebuht wird, weil er es wagt um 3:00 Uhr nachts Reggae zu spielen ... wohin wird uns das führen??
MKZWO: Gute Frage , also sollte jeder mal sein Reggaegefühl überprüfen?
Manja: Vielleicht reicht es auch einfach mal bewusst zu hören. Es gibt so viele Artists die Reggaegefühl besitzen und nicht in den Tanzhallen laufen oder live spielen. Es gibt sie genauso wie die Zuhörer, die das vermissen.
* Daggering : übersetzt eigentlich erdolchen und wird hier auf eine derzeit in Jamaica als sehr sexueller Tanzstil bezeichnet gegen den sich mittlerweile Jamaicas Regierung ausgesprochen hat, da immer mehr Fälle in den Krankenhäusern landet und sich zum Teil von Minderjährigen abgeschaut wird.
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| Details |
Ausgabe |
Art: Interview
Autor: mkzwo.com |

06.2009
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