Nach ihrem Debüt von 2003 ist es lange Zeit ruhig um die MCs Rollo und Foxn geworden, doch jetzt melden sie sich mit ihrem „1000 Bars“ Mixtape wieder zurück.
28 Tracks sollen die Skillz der beiden Vertreter von 85 Records aus Hannover ins Rampenlicht befördern und Cut Cannibalz Member Da Kid sorgt dafür, dass der Mix an sich schon mal erste Sahne ist.
Der ist nun wirklich kein Unbekannter mehr und verpasst „1000 Bars“, mit gewohnt tighten Übergängen und Cuts echten Mixtape Charakter.
Auch Rollo und Foxn können, mit guten Raps in traditioneller Battle Manier, den Hörer überzeugen und haben sich dafür Beats von unter anderem Red & Meth, der G-Unit, Gza oder sogar „Emanuela“ vom Fetten Brot gepickt. Die Features kommen von Label Kollegen wie Ali MC, Absolude oder Shizu und ihrem, mittlerweile verstorbenen, Ex Partner Buda, die allesamt mit ähnlich sicher sitzenden Flows und Punchlines einen guten Eindruck hinterlassen.
Besonders die Tracks die sich inhaltlich von den, die Trackliste klar beherrschenden, Battle Songs etwas absetzen sind positiv zu erwähnen.
Egal ob makabere Konzepte wie „Ich bin Gee“ oder richtig gutes und tiefgehendes Storytellin´ wie bei „Der Junge aus der Nachbarschaft“, Rollo und Foxn meistern alle vorgetragenen Themenbereiche ohne Probleme.
Während bei vielen anderen MCs das technische Niveau stark abnimmt wenn sie gehaltvollere Lyrics zum Besten geben, bleibt die schöpferische Kraft hier eindeutig auf demselben, hohen Level.
Dabei ergänzt sich die dunkle, aggressive Stimme von Foxn sehr gut mit dem etwas schrillen und hohen Organ von Rollo und da auf „1000 Bars“ auch die Original Zeilen von unter anderem Young Buck, Mos Def oder Lil Jon ab und an von Da Kid eingestreut werden, kommt niemals Langeweile auf. Die ausgewählte Beat Palette reicht von De La Soul`s „Ohh“ über Kelis´ „Trick me“ bis hin zu Britney Spears „Toxic“ und sorgt so für viel Abwechslung.
Egal wie schräg manche Kombination wirken mag, Rollo und Foxn rollen auf all diesen Produktionen tight und zeigen dementsprechend, dass sie viele verschiedene Flow Variationen in petto haben.
Einzig die anzuzweifelnde Authentizität der beiden Protagonisten wirft einen kleinen Schatten auf den Release, denn die beiden milchbärtigen, braven Jungs auf dem Cover sehen nun wirklich nicht so hart aus, wie sie es einem, in dem ein oder anderem Battle Track, weismachen wollen.
Musikalisch ist das jedenfalls ein Treffer, der Lust auf ein echtes Album von Rollo und Foxn macht.
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