Sizzla und Alben – das ist wie: alle anderen und Singles. Unglaublich was für ein Output der junge Rasta hat. War es anfangs noch mein Ziel seine Alben zu sammeln, so habe ich dies mittlerweile aufgegeben.
Das lag neben der schwer überschaubaren Veröffentlichungsflut, zunehmend an der Qualität vieler Songs, mit denen einzelne Alben aufgefüllt wurden. Andererseits gewährt wohl kein Künstler der Welt so tiefe Einblicke in sein Seelenheil wie Miguel Orlando Collins. Keiner schreit & schimpft so überzeugend, singt & säuselt so einfühlsam oder flucht & faucht so verletzt wie der junge BoboDread. Demzufolge bin ich jedes Mal aufs Neue gespannt, wenn ein neues Album erscheint. „Ain’t Gonna See Us Fall“ überrascht zwar nicht mit bisher Ungehörtem – Single-Käufer werden den Großteil der Songs kennen bzw. besitzen – dafür gibt es kaum einen Ausfall auf dieser Platte. Im Prinzip handelt es sich bis auf drei Ausnahmen um eine Sammlung von guten bis sehr guten Tunes bekannter Selections, vornehmlich aus dem Hause von Free Willy. Auf dessen Baba-Riddim schmettert Kalonji eine mitreißende Bobo-Hymne („Sad Mistake“) in bester „Stop from Quarrel“ Manier. Weitere Killer-Tunes liefert Herr Collins auf dem Applause-Riddim („Run Out Pon Dem“), dem Military-Riddim („I’m With The Girls“), dem Kopa-Riddim („Hot Like Fire“) sowie dem Cry Baby Riddim („Thanks And Praise“).
„Ain’t Gonna See Us Fall“ ist aufgrund der Songs zweifellos ein Must-Have-Sizzla-Album. Zwar fehlen herzergreifende Balladen, dafür kommen Dancehall-Fans voll auf ihre Kosten. Für ein Ausnahmealbum des Ausnahmekünstlers bedarf es aber einer anderen Strategie, als die des bewährten Single-Hit-Picking.
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