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V. A. - "African Rebel Music - Roots Reggae and Dancehall" |
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Ob nun als „Vaterland“ gepriesen oder als „Mutterland“ besungen – Afrika ist Ursprung! Nachdem es vor allem dem Rest der (westlichen) Welt vorbehalten war darauf hinzuweisen, ist es nun endlich an der Zeit den dort lebenden Künstlern Gehör zu verschaffen.
Obwohl in allen Ecken des riesigen Kontinents soviel getanzt, gesungen und musiziert wird wie kaum woanders auf der Welt, gelang es in der Vergangenheit nur Alpha Blondy von der Elfenbeinküste sowie Lucky Dube aus Südafrika internationale Bekanntheit zu erreichen. Und so werden auch seit gut 20 Jahren eben diese zwei als „Vertreter“ des Mutterlands von „musikinteressierten“ Konzert-Veranstaltern gebookt, ungeachtet dessen, was die viel gescholtene Jugend südlich der Sahara sonst noch musikalisch hervorbringt. Der vorliegende Sampler gibt dieser als „lost“ wie auch „conscient“ bezeichneten Generation eine Plattform. Viele Artists sind lokale Stars – international aber noch völlig unbekannt – einzig Bantu und Rebellion sind mir ein Begriff. Eröffnet wird die Compilation aber von Peter Miles, einem der bekanntesten Künstler in Ostafrikas Reggaehochburg Kampala (Uganda). Mit seinem Dancehalltune „Owange RMX“ beweist er dann auch gleich, warum ihn ‘MTV base Africa‘ von Sendebeginn an unterstützen – ausgereifter Style auf einem dick produziertem Synthiebeat. Auch der nächste Song stammt – zumindest zur Hälfte – aus Uganda sowie dem benachbarten Kenya. „Africa Unite“ von der East African Reggae Bashment Crew lässt als länderübergreifendes Projekt neben den Worten gleichzeitig auch Taten sprechen und ist für mich der Song der Platte – ein absoluter Ohrwurm. Natürlich hat beim SdP Rebellion mit seinem wundervollen „We must rebel“ ein Wörtchen mitzureden. Nach wie vor verursacht der in Frankreich geborene, aus Gambia stammende, Wahlhamburger mit dieser Hymne Gänsehaut und lässt seine in Deutschland stetig wachsende Fangemeinde auf sein hoffentlich bald erscheinendes Debütalbum gespannt sein. Nicht minder gespannt bin ich aber auf weitere Veröffentlichungen der südafrikanischen HipHop-Crew H2O, die zusammen mit Zubz in ihrem eindringlichen, hypnotisch zum Kopfnicken verleitenden „African“ nach den Gründen ihrer Identität fragen. Das von Jazzy B (Soul II Soul) produzierte Instrumental erinnert mich vom Tempo und Stimmung stark an den ‘None A Jah Jah Children‘ Riddim der Firehouse Crew. In „One vibe one flow pt. 2“ trifft Reggae, diesmal Dancehall-Reggae, erneut auf HipHop-Gesang. Der in Deutschland von den Brothers Keepers her bestens bekannte Adé Odukoya zeigt mit seinem Bantu-Kollektiv und der PBS-Crew (Positive Black Soul) aus dem Senegal abermals wie Musik ohne „Schubladen“ funktioniert. Ebenso gelungen, wenn auch völlig anders ist „Shashamane on my mind“ von Sydney Salmon & the 12 Tribes of Israel Band. Der gebürtige Jamaikaner verspricht zudem sämtliche Einnahmen dieses Songs seiner Wahlheimat Shashamene zukommen zu lassen (mehr Infos unter www.shashamane.org).
Insgesamt deuten die 17 Songs von „African Rebel Music“ die Vielfalt afrikanischer Musik an, obwohl der Fokus eindeutig auf Reggae liegt. Trotzdem und zum Glück sind die Einflüsse populärer Musikstile, wie kwaito (Südafrika) oder bongo flava (Ostafrika) vernehmbar. Im Booklet sind alle Artists vorgestellt; außerdem erfährt man in Kurzform eine Menge über die afrikanische Musikszene, deren Künstler zukünftig auch international aufhorchen lassen werden.
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| Details |
Ausgabe |
Label: out | here rec
Art: Album
Musikrichtung: Reggae
Autor: Christian Illner |
MKZWO 66

03.2006
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Druckversion
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